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abbysh EMOTION: Das Leben auf einem Bein ist hart! Nadja’s Heilungsprozess mit Gefühl & Verstand Teil 2

abbysh EMOTION: Das Leben auf einem Bein ist hart! Nadja’s Heilungsprozess mit Gefühl & Verstand Teil 2

Das Leben auf einem Bein ist hart!

Wir gehen ja immer davon aus, daß unser Körper perfekt funktioniert. Wenn man wie Nadja von einer Sekunde auf die andere nur noch einbeinig unterwegs ist, weil man einen Fuss gebrochen hat merkt man erst, wie sehr man jedes Körperteil braucht.

Kleine Alltagsdinge, wie duschen werden zur Zerreißprobe und Zeit bekommt wieder eine ganz neue Definition. Wie Nadja´s Alltag auf einem Bein aussah und ob da auch etwas positives dran war lest ihr heute ….

ALLES KEIN BEINBRICH?! – NADJA´S HEILUNGSPROZESS MIT GEFÜHL & VERSTAND; BLOGBERICHT TEIL 2.

Ehrlich gesagt hatte ich in den ersten Tagen nach der OP die für mich schlimmsten Momente:

Das erste Mal Duschen dauerte gefühlte 2 Stunden, es war unglaublich anstrengend und ich fühlte mich wie ein halber Pflegefall. Einfach alles dauerte unglaublich lange. Wenn ich stand, hatte ich Bedenken, aus Versehen den operierten Fuß zu belasten (es kann ganz schön anstrengend sein sich 2 Minuten auf einem Bein stehend die Zähne zu putzen, das könnt ihr mir glauben – vor allem wenn Du davor und danach auch alles einbeinig machen musst).

Zu allem Überfluss hatte mein Partner am Unfalltag noch erfahren, dass er kurz vor Weihnachten eine Prüfung ablegen musste. Das bedeutete, dass sofern er nicht arbeiten würde, er lernen musste und dadurch nur wenig Zeit für mich haben würde.

Der geplante Besuch bei meiner Familie würde ausfallen müssen. Dabei hatte ich mich so darauf gefreut. Meine Schwester war zu diesem Zeitpunkt mit Neffe Nr. 2 hochschwanger und wir warteten jeden Tag darauf, dass er auf die Welt kam.

Und, als wäre das nicht genug, musste ich meinen für Anfang Dezember geplanten Einsatz als Gasttrainer auf Fuerteventura absagen und die Flüge stornieren. Meine Laune war im Keller.

Und da war es – das erste Ziel, geboren aus dem Moment der größten Frustration:

Ich würde erst einmal alles, was jetzt dringend erledigt werden musste und im Rahmen meiner Möglichkeiten stand, organisieren:

  • Ich sagte meiner Familie Bescheid und würde mit Ihnen die kommenden Tage und Wochen noch enger als sonst in Kontakt sein
  • Ich informierte meinen Chef und meine Kollegen im Büro über meinen Zustand und organisierte die wichtigsten Dinge für meine Vertretung und planbare Abwesenheit
  • Ich kümmerte mich darum, dass meine Fitness-Kurse nicht ausfallen würden
  • Ich sagte meinen Einsatz als Gasttrainer ab
  • Ich stornierte unsere gebuchten Flüge und kümmerte mich darum den Prozess mit der Reiserücktrittsversicherung anzustoßen
  • Ich würde meinen Partner so gut es ging beim Lernen unterstützen.Das gab mir schon einmal ein gutes Gefühl! Zumindest hatte ich jetzt alle in Kenntnis gesetzt, für die diese Information relevant war und konnte anderen beistehen bzw. helfen.Schon während ich damit beschäftigt war, überlegte ich mir, was ich tun könnte um meinen Heilungsprozess zu beschleunigen oder zumindest bestmöglich zu unterstützen – und bäm, da waren schon die nächsten, kleinen Ziele:
  • Ich würde darauf achten, genug Schlaf zu haben, damit mein Körper regenerieren konnte. Mindestens 8 Stunden pro Nacht war mein Ziel.
  • Meine Ernährung sollte nicht aus dem Ruder laufen. Im Gegenteil, sie sollte meine „Medizin“ sein. Daher nahm ich mir vor mich möglichst gesund und von frischen Lebensmitteln zu ernähren. Zeit zu kochen hatte ich jetzt ja genug.
  • Alles, was ich in meinen Aus- und Fortbildungen im Bereich Training, Ernährung oder Mentales gelernt hatte und was mir helfen könnte, würde ich an mir selbst versuchen anzuwenden. So legte ich mir z.B. selbst ein Lymphtape an, damit die Schwellung und damit das Abheilen des operierten Fußes optimal verlaufen konnte.
  • Ich versuchte unsere Wohnung so zu organisieren, dass ich in den einzelnen Räumen auch ohne meinen Partner zurecht kommen konnte: Bürostuhl ab in die Küche, alle Bücher ins Wohnzimmer, alles was ich im Bad benötigte schon mal raus aus dem Schrank, usw.
  • Auch wenn es schwierig werden würde, da so kurz vor Weihnachten kaum einer Zeit hatte, würde ich versuchen, Freunde und Bekannte zu sehen. Ab und zu wollte ich einen Ausflug zu meinem kleinen Lieblings-Café ca. 400m entfernt von uns machen.

Festgestellt habe ich:

Es ist überhaupt nicht wichtig, ob man alles, was man sich vorgenommen hat, schafft! Die Liste liest sich unglaublich gut – aber glaubt bloß nicht, dass ich das alles zu 100% jeden Tag genau so hinbekommen habe. Sicherlich nicht.

Wichtiger ist es, überhaupt ein Ziel zu haben und sich darüber, was man tatsächlich erreicht hat (egal was) zu freuen und es als einen kleinen, persönlichen Sieg zu feiern.

Ich musste lernen noch geduldiger und vor allem liebevoller mit mir selbst umzugehen. In unserem stressigen Alltag und dem ständigen „Höher – Schneller – Weiter – Denken“ vergessen wir manchmal, dass wir neben Leistungsphasen auch Erholungsphasen benötigen. Das gilt nicht nur für den Körper, sondern auch für den Kopf. Superkompensationsprinzip!

Ich wünsche Euch eine tolle Woche mit genug Erholungsphasen

Euere Nadja

AUTORIN: NADJA

NADJA´S FUSS MIT TAPE
Daniela Wenzel
daniela.wenzel@abbysh.com
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