abbysh EMOTION: Nadja’s Heilungsprozess mit Gefühl & Verstand Teil 4

Unser Problem mit der Ernährung

Ein gesundes Verhältnis zum Essen zu haben und sich drauf zu verlassen zu können, daß der Körper nach dem verlangt, was er bracht sollte selbstverständlich sein. Nur wer isst heute noch in Ruhe, ohne Stress und Hektik einfach zubereitetes, wenig verarbeitetes Essen ohne Zusatzstoffe????

Alleine die Geschmacksverstärker und Zusatzstoffe, die die Lebensmittelkonzerne benutzen damit wir mehr essen (uns sie mehr Profit machen- ja Essen ist ein riesengrosses Business), schalten teilweise die natürlichen Regulationsmechanismen des Körpers aus und sorgen dafür, daß mittlerweile jeder zweite Deutsche zu fett ist. Fett meint mehr als 10 Kilo Übergewicht.

Auch Nadja hatte Probleme mit dem Essen und ich finde es ganz toll, dass sie heute darüber spricht, wie sie die losgeworden ist und jetzt fitter, glücklicher und schlanker denn je dasteht ( trotz gebrochenem Fuss)…

NADJA BEIM TRAINING MIT GIPSFUSS

Alles kein Beinbruch – Nadja’s Heilungsprozess mit Gefühl & Verstand Teil 4

Unser Problem mit der Ernährung

Über viele Jahre hatte ich zum Essen ein gespaltenes Verhältnis. Ich bin schon seit frühester Kindheit sportlich aktiv (Ballett, Tanz, Basketball, Baseball, Schwimmen, Tennis, Tischtennis uvm.) – trotzdem fühlte ich mich in meinem Körper über Jahre nicht richtig wohl.

Jahrelang glaubte ich ein „Opfer“ meiner genetischen Voraussetzungen zu sein und ergab mich meinem „vermeintlichen Schicksal“ immer etwas pummelig zu sein – bis ich mich entschied meine Ernährungsgewohnheiten massiv zu verändern.

Was war davor schief gelaufen? Vielleicht kennt ihr das, man entwickelt eine „jetzt-ist-es-sowieso-egal“-Einstellung und isst ohne Reue. Ohne Reue zu essen ist an sich absolut in Ordnung. Nur wenn Portionsgrößen, Mahlzeitenfrequenz und zudem die Nahrungsmittel mehr vom psychischen Befinden (Langeweile, Frustration, Angst, Stress oder anderen Emotionen) gesteuert werden statt vom physiologischen Bedarf, dann kann das auf Dauer gesundheitlich schaden und sich u.a. in Übergewicht, Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes, Herz-Kreisluaf-Problemen oder einer suboptimalen Körperkomposition bemerkbar.

Dabei sollte Essen und Ernährung ein selbstverständliches Thema für uns sein. Wer die Signale seines Körpers deuten kann, weiss meistens ganz genau was dieser wann braucht. Aber diese Signale zu deuten, geschweige denn diese heute überhaupt noch bewusst wahrzunehmen, das ist mittlerweile ein großes Problem geworden:

Zu viele Ablenkungen, um mit allen Sinnen wahrzunehmen und zu genießen.

Zu viel Stress, um sich entspannt mit Nahrung und dem eigenen Körper auseinanderzusetzen.

Zu groß der Druck und Einfluss von außen, irgendeinem Ideal oder den Anforderungen anderer (Vergleichsdenken) zu entsprechen.

Wunderwerk Körper – Vertrauen, Genuss und Disziplin

Ich beschäftige mich seit vielen Jahren mit dem Thema und habe durch die Ernährung selbst meinen Körper nachhaltig verändert. Im Oktober 2016, also im Monat vor meinem Unfall, beendete ich sogar meine Ausbildung zum Ernährungscoach bei Precision Nutrition. Außerdem bin ich zertifizierter Paleo Coach, wobei sich das Wissen nicht nur auf Ernährung sondern vor allem auf den gesamten Lifestyle bezieht.

Grundsätzlich sind uns gewisse Anlagen in die Wiege gelegt – und an manchen können wir nichts ändern, das ist Fakt! Auf der anderen Seite haben wir fast unglaubliche Möglichkeiten mit einer gesunden und ausgewogenen Ernährung, idealerweise auf uns und unseren Alltag individuell abgestimmt, Einfluss auf unsere Körperzusammensetzung, Gesundheit und das äußere Erscheinungsbild zu nehmen.

Wie in so vielen Dingen, spielt auch hier eine gute Balance die wichtigste Rolle:

– Akzeptanz und Vertrauen in den uns gegebenen Körper und den Körpertyp (sogenannte Somatypen, vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Körperbautyp)

– Genuss an unserer Ernährung und damit auch am Leben

– Disziplin uns gesund und ausgewogen zu ernähren und entsprechende Gewohnheiten zu kultivieren

Leider fällt mindestens einer dieser Punkte den meisten Menschen schwer oder wir driften  im schlimmsten Fall in ein Extrem ab, die Themen Essen und Ernährung werden obsessiv  (selbstauferlegte Verbote, Essstörungen, gestörte Selbstwahrnehmung usw.).

Und wie hängt das jetzt alles mit mir und meinem gebrochenen Fuß zusammen?

„Lass Nahrung Deine Medizin sein und Medizin Deine Nahrung.“ – Hippokrates

Hippokrates hat ein paar einfache wie wundervoll sinnvolle Zitate hinterlassen. Dieses möchte ich auf jeden Fall unterschreiben.

Wie schon gesagt – der Körper ist ein absolutes Wunderwerk der Natur. Alles was wir an Nahrung zu uns nehmen, bestimmt wie er letztlich funktioniert. So können wir unseren Körper durch die Ernährung maßgeblich beeinflussen: positiv und negativ.

Das gilt auch für Heilungsprozesse – ich bin auch persönlich überzeugt davon, dass man bestimmte Krankheiten durch ein bisschen mehr Bewusstsein und Aktion hinsichtlich der Ernährungsgewohnheiten gut in den Griff bekommen kann.

Mit meiner Verletzung stand ich persönlich vor Neuland. Was war jetzt wirklich wichtig?

Ich recherchierte in meinen Ausbildungs-Unterlagen, Literatur und im Internet. Schnell war klar, ich musste nicht wirklich viel daran ändern, wie ich mich aktuell ernährte. Die größte Herausforderung lag eher bei der Menge. Ich entschied mich im Zweifelsfall lieber ein  Kalorien- und damit verbundenes Nährstoff-Plus zuzulassen, anstatt meinen Körper in irgendeiner Form unterzuversorgen. Außerdem waren wir gerade mitten in der Vorweihnachtszeit – daher sowieso etwas utopisch zu denken, man könnte in dieser Zeit absolut jeder Versuchung widerstehen, warum auch. Lieber mit Genuss ein paar Pfund mehr auf den Rippen und ein gut geheilter Knochenbruch, als das Risiko eines langwierigen Heilungsprozesses und potenzieller Rückschläge.

Mein Mann war ein Goldstück. Er besorgte mir zwei Mal pro Woche auf dem Markt frisches Obst, Gemüse und andere Lebensmittel vom Bio-Supermarkt. Ich peppte mein Essen durch jede Menge Gewürze und Mikronährstoffe in Form von z.B. frischen Kräutern, Knoblauch, Ingwer und Chili auf. Neben einem Training und der Dusche, war das Kochen eins meiner täglichen Highlights.

Angst vor der Waage? 

Mittlerweile habe ich tatsächlich ein paar Pfündchen mehr zu verzeichnen. Schließlich habe ich mir auch mal das Stück Kuchen oder Schokolade gegönnt. Mit Genuss. Weil es der Seele gut getan hat.

Und ja, zwischendurch gab es auch Momente, in denen mal das ein oder andere Plätzchen aus Frust, Langeweile und Selbstmitleid durch meine „Futterluke“ gewandert ist. Wichtig dabei war es, den Unterschied zu erkennen. Immer lässt es sich nicht vermeiden. Doch eben dieses Bewusstsein den Unterschied zu erkennen, ist schon mal ein guter Anfang.

Was ich euch empfehlen kann?

– Vergleicht euch nicht mit anderen – ihr seid einzigartig, schön und gut so wie ihr seid

– Strebt vor allem nach Gesundheit & Fitness, nicht nach irgendeinem Schönheitsideal

– Lasst euch beim Essen nicht ablenken (Fernseher, Zeitschrift o.ä.)

– Konzentriert euch mit allen Sinnen auf euer Essen und genießt jeden Bissen

– Esst langsam und am besten im Sitzen an einem gemütlich gedeckten Tisch

– Versucht gute Alternativen anstelle von Essen für die Verarbeitung Eure Emotionen zu finden

– Seid nachsichtig und liebevoll mit euch selbst, gerade wenn es mal nicht so klappt – Nobody’s perfect!

Sobald ich wieder voll trainingsbereit bin, werden meine Pfündchen ziemlich schnell wieder schmelzen. Mittlerweile kenne ich meinen Körper so gut, dass ich weiss, wie er tickt und funktioniert. Daher ist es im Moment auch ok, wenn die Hose ein kleines bisschen enger sitzt. Mal ehrlich: Die Zahl auf der Waage ist nur eine Zahl und bestimmt nicht unser Leben, ob wir ein guter oder schlechter Mensch sind. Die Zahl ist lediglich ein Indikator, wichtig ist es gesund zu sein – körperlich und mental. Lassen wir uns nicht verrückt machen und leben genussvoll gesund, besonders wenn wir mal krank oder verletzt sind. Der Körper wird es uns danken!

Eure,

Nadja

AUTORIN: NADJA

MIT KAPUTTEM FUSS KANN MAN TROTZDEM NOCH EINIGES TRAINIEREN!