abbysh EMOTION: Nadja’s Heilungsprozess mit Gefühl & Verstand Teil 3

Wenn Du genau hinhörst, sagt Dir Dein Körper was er will

Als Nadja nah der OP nach Hause durfte, war sie erstmal überglücklich. Alles ist besser als Krankenhaus.

Allerdings fingen dort neue Probleme an, Nadjas Rücken machte sich bemerkbar genauso, wie die permanente einseitige Belastung ihres Körpers durch den gebrochenen Fuss. Was sie dagegen unternommen hat lest ihr heute…

NADJA MIT IHREM GIPSFUSS

Alles kein Beinbruch – Nadja’s Heilungsprozess mit Gefühl & Verstand Teil 3

Wenn Du genau hinhörst, sagt Dir Dein Körper was er will

Als ich einen Tag nach der OP wieder nach Hause durfte, war ich überglücklich.

Nicht falsch verstehen. Man hatte sich wirklich gut um mich gekümmert im Krankenhaus, aber ich freute mich auf die eigenen vier Wände, frische Klamotten, mein eigenes Bett, mein Essen und und und.

Es dauerte zwar etwas länger, aber nachdem mir eine Physiotherapeutin in der Klinik erklärt hatte, wie ich mit den Krücken Treppen steigen konnte, kam ich relativ problemlos in den 4. Stock zu unserer Wohnung. Trotzdem, ständig rauf und runter war damit nicht drin, zumindest solange nicht, wie ich den operierten Fuß gar nicht belasten konnte. Und selbst dann nur in Begleitung.

Bereits nach den ersten anderthalb  Tagen zu Hause merkte ich meinen Rücken. Ich muss dazu sagen, dass ich vor 8 Jahren mal eine schlimme Blockade in der Brustwirbelsäule hatte. Durch regelmäßige Bewegung und Mobilisation habe ich das aber heute super im Griff. Damit ich aufgrund der Bewegungseinschränkung keinen Rückfall in Kauf nehmen musste, begann ich meinen Rücken und mein Gesäß mit BlackRoll, Grid, einem Lacrosse Ball und anderen Mobility Tools zu bearbeiten. Ganz vorsichtig, ganz langsam. Dadurch hatte ich nicht nur das Gefühl, immerhin ein wenig aktiv gewesen zu sein – es tat mir unglaublich gut und mein Rücken dankte es mir.

Not macht erfinderisch

Circa 5 Tage nach der OP fühlte ich mich fit genug etwas mehr auszuprobieren. Da mein Arzt mir empfohlen hatte, mich an meinem individuellen Befinden zu orientieren was körperliche Aktivität (ohne Belastung des Fußes) betraf, wagte ich mich in mein „HomeGym“ (meine Ansammlung von über die Jahre angehäuftem Equipment).

Ich fing mit absolut einfachen Übungen und ohne Hilfsgeräte an, wie z.B. Liegestütze oder Dips. Diese Übungen konnte ich problemlos ausführen ohne den verletzten Fuß zu belasten. Zwar war das Training nicht unglaublich schweißtreibend, aber das war mir total egal. Hauptsache bewegt!

Ich nahm mir vor jeden Tag Bewegung mit einzuplanen – und wenn es nur 15-20min wären. Einfach nur, um mich gut zu fühlen. Alternativ zum Training nahm ich mir vor, ab und zu mal einen „Ausflug“ zu einem kleinen Café zu machen. Alleine Treppen runter/rauf und der Weg hin- und zurück würden schon anstrengend sein. Ich war fast schon euphorisch, so gut tat mir allein der Gedanke an diesen Plan.

Tatsächlich ging mein Plan während ich zu Hause war ganz gut auf – meine Bewegungseinheiten fanden wirklich fast jeden Tag statt. Nach den ersten Wochen konnte ich auch schon längere Einheiten mit schwierigeren Übungen durchführen. Ich merkte, ich hatte immer gute Laune und fühlte mich besser, wenn ich trainiert hatte. Ließ ich an einem Tag eine Bewegungseinheit komplett ausfallen, weil ich aufgrund der allgemeinen Situation frustriert war oder mich auch einfach mal nicht aufraffen konnte, merkte ich das sofort an meiner Laune.

Sei nett zu Dir selbst – andere wären es auch

Anfangs schimpfte ich deshalb mit mir selbst. Die Situation war so neu und ungewohnt für mich, dabei sollte ich es gerade besser wissen: „Viel hilft viel“ stimmt in diesem Fall einfach nicht. Egal ob verletzt oder komplett gesund, Pausen und Regenerationsphasen sind ein elementarer Bestandteil des Trainings, so paradox das im ersten Moment auch klingen mag. In diesen Phasen sorgt unser Wunderwerk Körper dafür, das verletzte Strukturen wieder aufgebaut werden und, bei einer optimalen Balance zwischen Training, Erholung und Ernährung, Anpassungseffekte erfolgen. Zum Beispiel der Aufbau von Muskulatur.

Mittlerweile habe ich akzeptiert, dass es auch Tage gibt, an denen ich frustriert bin oder mein Körper eine Pause verlangt. Dann kann es sein, dass ich das Training ausfallen lasse. „Hallo, Du hast den Fuß gebrochen – und Du versuchst Dich schon so viel wie möglich zu bewegen! Also mach mal halblang und sei geduldig mit Dir und vor allem lieb zu Dir selbst!“

Geduld und Selbstliebe – wenn ich eins gelernt habe in der Zeit, dann mir selbst davon mehr entgegen zu bringen. Oft sind wir mit anderen Menschen viel geduldiger, geben den anderen viel mehr Liebe. Mit uns selbst dagegen, gehen wir oft viel härter ins Gericht und am besten muss sowieso alles schon vorgestern passiert sein. Dabei kann die Einstellung und Stimmung in Deinem Kopf einen großen Einfluss auf Deinen Körper haben. Oder warum sonst sprechen wir davon „eine schwere Last zu tragen“ und haben plötzlich Rückenschmerzen? Da ist schon was dran…

Wie wäre es mal, wenn Du mit Dir selbst nachsichtiger wärst, Deine Gedanken Dir selbst gegenüber nur noch positiv und nicht negativ formulierst? Probier es mal aus: Einen Tag lang nur wohlwollende, nette Worte in Deinem Kopf. Das ist eine echte Herausforderung! Ich ertappe mich selbst noch, denn es klappt bei mir auch nicht immer. Aber mit etwas Übung kann man auch das trainieren, wie einen Muskel. Und ich verspreche Dir: Es wird Dich auf Dauer gelassener und zufriedener machen!

Eure Nadja

P.S.: Kürzlich ist dazu ein toller Artikel erschienen, der das Thema Selbstmitgefühl wundervoll zusammenfasst. Viele meiner Bekannten sind auch schon auf ihn aufmerksam geworden.

AUTORIN: NADJA

😉